Der Hype um KI - Wir alle nutzen bereits die Vorteile

geschrieben von Janine Wispeler

Wer online nach „Künstlicher Intelligenz“ sucht, wird zuhauf Artikel finden, die sich mit „KI-Mythen“, Pro-und Contra-Listen oder Zukunftsthesen befassen. 

Die Vorurteile: Durch KI geht autonomes Denken verloren, persönliche Daten werden unbewusst geteilt, gespeichert und verbreitet, Jobs werden überflüssig und am Ende regieren Roboter die Welt. Die Szenarien mancher Kritiker lesen sich wie Drehbücher dystopischer Hollywood-Blockbuster. 

Warum man besser von "maschinellem Lernen" sprechen sollte

Um dem Thema auf den Grund zu gehen, muss man vielleicht zunächst einmal wissen, was hinter dem bedeutungsschwangeren Begriff „Künstliche Intelligenz“ eigentlich steckt.  Und da geht es auch schon los, denn noch nicht einmal Wikipedia kann den Begriff „Intelligenz“ eindeutig definieren. 

Um sich von diesem Begriff einmal zu lösen und zu verstehen, was KI in der Praxis eigentlich bedeutet, macht es mehr Sinn, von „Machine Learning“ zu sprechen – wenngleich hiermit faktisch nur ein Teilbereich der KI gemeint ist. 

Maschinelles Lernen lässt per Definition Systeme im Rahmen einer Lernphase anhand vorhandener Trainingsdaten Muster und Gesetzmäßigkeiten, die zum Aufbau statischer Modelle führen, erkennen. Diese Erkenntnisse werden nach Abschluss der Lernphase für die Analyse neuer Daten und Lösung neuer „Probleme“ genutzt. 

KI funktioniert nicht ohne MI 

Salopp gesagt, funktioniert das Ganze also ähnlich wie bei uns Menschen. Auch wir lernen aus Erfahrungen, eignen uns Wissen an und agieren entsprechend in zukünftigen Situationen. Und je mehr wir erfahren und wissen, umso besser können wir handeln. Auf das Thema Machine Learning bezogen: Je besser die Daten, umso besser der Effekt. 

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass eine optimale Nutzung von „künstlicher Intelligenz“ die menschliche voraussetzt. Denn die Trainingsdaten müssen im Vorfeld gefunden, extrahiert und ausgewählt werden und nützen nichts, wenn die entsprechende Kompetenz und das Verständnis dafür fehlen. Big Data erfordert also auch Big Brain.

KI vernichtet Jobs 

Sicherlich werden auch im Bereich der Datenaufbereitung mehr und mehr Automatismen geschaffen, die manuelle Arbeitsschritte erleichtern und andere hinfällig machen. Doch auch diese schaffen sich nicht von allein. Seit jeher revolutioniert der digitale Fortschritt die Arbeitswelt – wo bestimmte Arbeiten automatisch verrichtet werden können, fallen dafür andere notwendige Tätigkeiten an, weshalb wir direkt zum nächsten Punkt kommen: 

KI ist nicht neu. Es wirkt manchmal so, als sei „künstliche Intelligenz“ etwas komplett Neuartiges, Unnahbares, das unseren Alltag, unsere Jobs und unsere Privatsphäre bedroht. Tatsächlich nutzen wir sie aber schon seit vielen Jahren - der Begriff stammt aus den 50ern, der erste Chatbot wurde in den 60ern entwickelt, in den 70ern erreichte KI die Medizin. 

Heute nutzen erfolgreiche Unternehmen aus allen Branchen KI in sämtlichen Bereichen – ob Vertrieb, Marketing, Logistik oder Service. Und davon profitieren am Ende hauptsächlich die Kunden. 

KI und Datenschutz

Zugegeben, jeder von uns hat sicherlich schon einmal durch eine auf persönliche Bedürfnisse zugeschnittene Werbeanzeige ein leicht mulmiges Gefühl verspürt oder sich  gefragt „Woher wissen die das?“ „Sind meine Daten sicher?“

Gerade vor dem Hintergrund des Trackings von Nutzern und der Analyse von Daten wurden in den letzten Jahren vermehrt neue Regeln und Gesetze geschaffen. 

Die Verarbeitung personenbezogener Daten unterliegt spätestens seit Einführung der DSGVO in 2018 strengen Vorgaben. Unternehmen, die mit KI arbeiten, müssen sich daher an einen umfangreichen Auflagenkatalog halten, der diese Daten schützt. Webseitenbetreiber sind z.B. verpflichtet, Benutzern aus Europa die Kontrolle über ihre persönlichen Daten zu ermöglichen, indem sie dem Tracking durch Website-Analysen oder User-Journey-Tracking-Tools vorab zustimmen müssen. Mit „Intelligent Tracking Preventions“ in Safari, Apples neuem „App Tracking Transparency Framework“ in iOS14 und dem Bannen von Third-Party-Cookies entstehen weiterhin Richtlinien, die persönliche Daten schützen. 

Gar nicht so einfach für Unternehmen und Handelsanbieter, all‘ diese Regeln zu befolgen. Einige scheuen sich aufgrund dessen komplett vor dem Einsatz künstlicher Intelligenz. Doch auch für den DSGVO-konformen Webseitenaufbau gibt es bereits KI-basierte Software-Lösungen.  

Fazit - KI is key 

Fakt ist, KI – oder Machine Learning - erleichtert unser Leben – sowohl im Business als auch im Alltag. Vom Navi, über Google, bis Netflix-Empfehlung, Spamfilter und Saugroboter – wer möchte darauf verzichten? 

Oder - „talking Business“: Sind Optimierung der Kundenzufriedenheit, maximale Effizienz und optimierte Budgetplanung nicht für jedes Geschäft erstrebenswert? Wer zukünftig am Markt bestehen will, sollte den Schritt nach vorn wagen. Denn: Die Menschheit entwickelt sich weiter, das tut sie seit jeher. Sich davor zu sperren, bleibt einem jeden selbst überlassen. 


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